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Alfred Vagts


Der Lyriker, Historiker und Autor Alfred Vagts wurde 1892 als Sohn des Windmüllers Johann Vagts in Basbeck geboren. Er besuchte zunächst die „Lateinschule“ in Otterndorf, machte sein Abitur in Hannover und ging dann zum Studium nach München, wo er rasch Kontakt mit den führenden Repräsentanten des Expressionismus bekam.

Im Ersten Weltkrieg war Vagts Kompanieführer und erhielt das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse, veröffentlichte aber auch Gedichte gegen den Krieg. Als Vertreter des „Rates der Offiziere“ nahm er 1917 an den Friedensverhandlungen in Brest – Litowsk teil.
Nach dem Krieg war Vagts in der Sozialdemokratischen Partei aktiv, beteiligte sich 1919 auch an der Münchener Räterepublik, brach aber bald mit der radikalen Linken. In der Weimarer Republik arbeitete er von 1923 bis 1932 als Historiker am „Institut für auswärtige Politik“ der Universität Hamburg. Am 3. Oktober 1924 gründete er mit anderen Sozialdemokraten den „Klub vom 3. Oktober“, dessen Ziel einerseits der Kampf gegen die Feinde der Weimarer Republik war, der andererseits aber auch für gegenseitige Unterstützung bei politischen Initiativen sorgen sollte.

Als Austauschstudent besuchte er 1924 erstmals die USA. An der Yale University lernte er die Tochter des einflussreichen Historikers Charles A. Beard kennen. Sie heirateten 1927.

Als 1932 die Nationalsozialisten in Deutschland politisch auf dem Vormarsch waren, emigrierte Alfred Vagts zunächst nach Großbritannien, ein Jahr später ging er in die USA und nahm dort bereits 1933 die US – amerikanische Staatsbürgerschaft an. In den USA konnte er bis 1938 als Privatmann forschen und veröffentlichen. 1938 / 39 hatte er eine Gastprofessur an der Harvard University inne, er lehrte dort deutsche Geschichte, und war anschließend bis 1942 Mitglied des „Institute for Advanced Study in Princeton“. Danach war er bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in Washington für das „Board of Economic Warfare“ tätig, das die Versorgung der Alliierten mit für den Krieg wichtigen Rohstoffen sicherstellen sollte.

Bis zu seinem Tode arbeitete Alfred Vagts als privater Autor. Seine wissenschaftlichen und essayistische Bücher schrieb er durchweg auf englisch, darunter sein Hauptwerk „The History of Militarism, Civilian and Military“. Es gilt heute als militärhistorisches Standardwerk. Weiter veröffentlichte er auch farbige Schilderungen seiner Kindheit und Jugend an der Oste.

Seine Bücher:


  • „Ritt in der Not“, München 1920, Gedichte
  • „Mexico, Europa und Amerika unter besonderer Berücksichtigung der Petroliumpolitik, Berlin 1928
  • „Deutschland und die Vereinigten Staaten in der Weltpolitik“, London / New York 1935, 2 Bände
  • “The History Of Militarism” New York 193
  • “Hitler´s Second Army” Washington 1943
  • “Geography in War and Geopolitics” 1943
  • “Landing Operations: Strategy, Psychology, Tactics, Politics, from Antiquity to 1945” Harrisburg 1946
  • “Defense and Diplomacy: The Soldier and the Conduct of Foreign Relations” New York / London 1956
  • “Deutsch - amerikanische Rückwanderung” Heidelberg 1960
  • „The Military Attaché“ Princeton 1967
  • “Bilanzen und Balancen” hrsg. von H.-U. Wehler, Frankfurt 1979

Alfred Vagts ist verstorben im Jahr 1986 in Cambridge (Massachusetts, USA).

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