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Elisabeth Rühmkorf


Am 27. Januar 1895 wurde Elisabeth Rühmkorf als Tochter des Superintendenten Rühmkorf in Zebelin geboren. Ihre Ausbildung zur Lehrerin absolvierte sie auf dem Oberlyzeum in Schwerin in Mecklenburg.

Am 25. Oktober 1929 brachte sie ihren Sohn, Peter Rühmkorf, als uneheliches Kind in Dortmund zur Welt. Zunächst hielt sie die Geburt geheim, um später ihren Sohn zu „adoptieren“. Bekanntermaßen wurde Peter Rühmkorf einer der bekanntesten Dichter Deutschlands.
Von 1921 bis 1925 war sie als Lehrerin in Nordleda tätig. Von 1925 an gab Elisabeth Rühmkorf bis zur Beendigung ihrer 35 jährigen Dienstzeit im Jahre1960 Unterricht an der Volksschule Warstade. Sie war 20 Jahre lang bis zum Kriegsende die einzige weibliche Lehrkraft. Im 2. Weltkrieg betreute sie zusammen mit einem anderen Lehrer vier Schulklassen. Als Dorfschullehrerin unterrichtete sie stets ihre Schülerinnen und Schüler in den ersten vier Jahren. Schwerpunkte ihrer Lehrtätigkeit waren Heimatkunde und Religion. Durch ihr jahrzehntelanges Schaffen hatte sie sich maßgeblich an der Entwicklung der Schule und der Gemeinde Warstade beteiligt

Nach ihrer Pensionierung setzte sich an ihren Schreibtisch und hat mit Tinte und Feder geschrieben, was ihr am Herzen lag: Frohe und traurige Erinnerungen aus ihrer Familie, eine Genealogie der Familie Rühmkorf und aus der Vergangenheit von Warstade. 1966, sie war bereits 71 Jahre alt geworden, lernte sie noch auf der alten Schreibmaschine ihres Sohnes mit zwei Fingern zu tippen.

So entstand ihr umfangreiches Werk:

"Warstade - Ein Ausflug in die Vergangenheit"
Sie brachte dieses Buch 1980 im Selbstverlag heraus.

Ende 1987 erschien ihr kleines Buch:

"Es lebe die Erinnerung"
Gelegenheitsgedichte aus Schul- und Pensionszeit in Warstade / Hemmoor 1925 – 1987, mit einem Text für ein Warstader Lied

Ein weiteres kleines Buch hat den Titel:

"Eine Urenkelin kämpft um ihren Großvater"

Eine große Rolle spielte im Leben der Warstaderin der christliche Glaube. So war sie Mitglied der Religions-pädagogischen Arbeitsgemeinschaft in Hemmoor. Für alle Menschen und ihre Anliegen zeigte Elisabeth Rühmkorf Offenheit und begegnete mit ihrer Großherzigkeit besonders auch Vertretern anderer Konfessionen. Im DRK-Ortsverein setzte sich lange Jahre besonders für ältere und in Not geratene Menschen ein. Den Menschen in ihrer Umgebung wird Elisabeths warmherzige und mütterliche Zuwendung noch lange in Erinnerung bleiben.

Auf einer Feier des Geschichts- und Heimatvereines Hemmoor in der Schützenhalle Warstade wurde „Muttter“ Elisabeth Rühmkorf, fast 93 jährig, seitens der Stadt Hemmoor von Bürgermeister Paul Neese am 14. Dezember 1987 für ihre Verdienste mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Sie erhielt diese Auszeichnung für ihr jahrzehntelanges Engagement im pädagogischen und sozialen Bereich.

Der Geschichts- und Heimatverein war es auch, der am 27. Januar 1995 in der Kulturdiele eine Gedenkfeier anlässlich der 100. Wiederkehr ihres Geburtstages organisiert hatte. Anwesend war auch ihr Sohn Peter mit seiner Ehefrau Eva. Er las dabei Texte, die er über seine Mutter geschrieben hatte.

Im Jahre 1989, am 9. Februar, ist Elisabeth Rühmkorf im Alter von 94 Jahren verstorben. Auf dem Warstader Friedhof fand sie ihre letzte Ruhestätte.