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Heiko van Dieken


Am 26. Januar 1929 wurde Heiko van Dieken als Sohn des ostfriesischen Heimatdichter und Botanikers Pastor Jan van Dieken in Krummendeich an der Niederelbe geboren.

Zweieinhalb Jahre später zog die Familie auf die Nordseeinsel Juist. Die Nähe zu den Naturgewalten der Nordsee, vor allem in stürmischen Winternächten, aber auch eine heute kaum vorstellbare Aufbruchstimmung prägten seine ersten bewusst erlebten Jahre. Dass die Familie Juist im Mai 1935 wieder verließ und in ein Dorf im Kreis Leer umzog, bereitete Heiko van Dieken zunächst kindliche Freude, was er später in einer kleinen Geschichte „Abschied von Juist“ darstellte.

Als Siebenjähriger schrieb er erste Reime und Phantasiegeschichten, als Elfjähriger begann er regelmäßig Tagebuch zu schreiben. Das Jahr 1939 brachte radikale Veränderungen. Schulwechsel, Jungvolkdienst und vor allem der Kriegsausbruch beendeten einen Lebensabschnitt, der vom harmonischen Familienleben und den Aktivitäten einer ungewöhnlich regen Kirchengemeinde gleichsam beschützt war. Jetzt erlebte er bedrohliche Bombenangriffe, sogenannte Kriegseinsätze und vormilitärische Ausbildung. Von 1942 an besuchte er ein Gymnasium in der „Gauhauptstadt“ Oldenburg. Bald wurde ihm bewusst , dass er in einem Staat lebte, dessen Prinzipien die Welt, in der er aufgewachsen war, elementar bedrohten. Heimlich hörte er von 1943 an die Sendungen des englischen Rundfunks.

Der Zusammenbruch des Dritten Reiches erlebte er als Befreiung und schrieb das auch in sein Tagebuch, das er 1995 für seine Darstellung in den Erinnerungen an 1945 „Marschbefehl und Krippenspiel“ auswertete. Die Nachkriegsjahre waren trotz aller Not das Ende innerer und äußerer Verdunkelung. Nach dem Abitur studierte er in Wuppertal, Marburg und Göttingen Theologie und Germanistik, war als Referendar in Aurich und Hannover und kam 1962 als Assessor an das Gymnasium Warstade.

Die ersten Jahre als Lehrer für Deutsch und ev. Religion waren nach seiner Aussage die glücklichsten seines Lebens. Die Beziehungen zum Schulleiter Ulken, Klassenfahrten, Klassenfeste, Einstudierungen von Theaterstücken, das Leben in einer Gemeinschaft waren ungewöhnlich schön. Eine Kollegin, Ingeborg Hintz, lernte er näher kennen und lieben, mit der er nach der Heirat 1966 in ein eigenes Haus im Fichtenweg einziehen konnte.

„Nebenbei“ ergaben sich interessante Aufgaben, u.a. als Prädikant, Sprecher von Rundfunkandachten und als Synodaler. Im Sommer 1992 trat er als Oberstudienrat in den Ruhestand.

Jetzt intensivierte er seine Mitarbeit im Vorstand des Geschichts- und Heimatverein. Als dessen Pressesprecher organisierte er Lesungen mit Peter Rühmkorf, Peter Schütt und Joachim Rückleben.