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Herbert Müller


Der am 5. Juli 1995 verstorbene, wenige Tage nach seinem 69. Geburtstag, wurde der Ehrenbürger und der Ehrenbürgermeister Herbert Müller am 30. Juni 1926 in Westersode geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule in dem heutigen Stadtteil Westersode, machte er eine Schlosserlehre, davon 2 Jahre im Technischen Büro, auf der Portland Cementfabrik Hemmoor. Er war 10 Jahre deren Betriebsratvorsitzender und dann Industriemeister. Schon sein Vater und seine beiden Großväter arbeiteten über 40 Jahre als „Zementarbeiter“, seine Großmutter betätigte sich trotz acht Kinder als „Sackflickerin“. Er selbst war 44 Jahre auf der Fabrik beschäftigt.

Herbert Müller war ein Vertreter jener Generation im früheren Landkreis Land Hadeln, der durch Wahrhaftigkeit, Vertrauenswürdigkeit, Beharrlichkeit, aber auch durch ein ausgleichendes Wesen und nicht zuletzt durch seine große Liebe zur Heimat und ihrer Geschichte und Kultur bestachen. In seiner beruflichen Tätigkeit war er ja von „seiner“ Portland Zementfabrik geprägt worden. Für ihn war es nicht leicht, den Niedergang und schließlich das Aus der einst so stolzen Fabrik mit ihren Exporten in alle Welt miterleben zu müssen. Doch geschichts- und traditionsbewusst unterstützte er maßgeblich die Bewahrung des Erbes des Hemmoorer Industriezeitalters als Andenken.

Sichtbarer Ausdruck dafür ist seine 1992 erschienene umfangreiche Werkschronik
„Zement aus Hemmoor, Gründung, Blütezeit, Niedergang“.
Bereits 1983 hatte er zur 900 Jahr Feier Westersode die Chronik
„Westersode, gestern und heute“
herausgebracht.

1984 gehörte er zu den Mitbegründern der „Kulturstiftung Zement aus Hemmoor“, deren stellvertr. Vorsitzender er bis zu seinem Tode war. Weiter war er der Gründer des im Jahre 1984 von ihm ins Leben gerufene Geschichts- und Heimatverein Hemmoor. Zwei Jahre war er der 1. Vorsitzende, um danach bis zu seinem Ableben aktiv mitzuarbeiten.

Bereits in jungen Jahren war Herbert Müller politisch tätig. Schon 1952 wählte man ihn, den Sozialdemokraten, in den Westersoder Gemeinderat, um bereits 1954 das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Mit seinen 28 Jahren war er damals der
jüngste Ratsvorsitzende von Niedersachsen. Er hatte dieses Amt für Westersode bis zur Bildung der Großgemeinde Hemmoor im Jahr 1968 inne. Auch dieser Rat wählte ihn dann zu seinem Bürgermeister. Er war der Amtsinhaber bis 1976.
1972 wurde die Samtgemeinde Hemmoor gebildet, ebenfalls dieser Rat wählte ihn zu ihrem Bürgermeister. Er bekleidete dieses Amt von 1972 bis 1976 , um 1981 wieder der Samtgemeindebürgermeister zu werden. Er war es bis 1984.

Fast 25 Jahre wirkte Herbert Müller im Kreistag, erst für den Landkreises Land Hadeln, nach 1977 auch für den neugebildeten Landkreis Cuxhaven, 1980 verzichtete er auf sein Mandat aus persönlichen Gründen.
Hervorstechendes Merkmal war seine Sachkundigkeit in vielen kommunalpolitischen Fragen. Er hatte als Mann des Volkes stets ein offenes Ohr für die Anliegen aller Einwohner.

Sehr intensiv setzte er sich auch für die Partnerschaften Hemmoors mit Swaffham (England), Couhé (Frankreich) und Rüdersdorf (Land Brandenburg) ein. Auch die Patenschaften zu den Panzerkompanien der Bundeswehr in Altenwalde förderte er nach Kräften. Sein besonderes Engagement galt dem Feuerlöschwesen und die aktive Mitgliedschaft in vielen Vereinen.

Hohe Ehrungen waren Ausdruck der Anerkennung für das große Wirken von Herbert Müller.
Er erhielt das Bundesverdienstkreuz am Bande. Die Stadt Hemmoor machte ihn zum Ehrenbürger mit der Überreichung der Ehrennadel und verlieh ihm die Würde eines Ehrenbürgermeisters.

Ihm zu Ehren wurde im Freilichtmuseum bei der Zementschute eine Bronzereliefplatte mit seinem Namen und Bild am 1. Mai 1998 anlässlich des 2. Schutenfestes enthüllt. Weiter wurde eine Straße nach ihm benannt, den Herbert-Müller-Weg.