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Kurt Tielmann


Kurt Tielmann wurde am 29. November 1899 in Dortmund-Kley als Sohn des Bergwerksdirektor August Tielmann und seiner Frau Pauline, geb. Tönnis, geboren. Er be-suchte die Volksschule in Kley und anschließend das Städtische Gymnasium in Dortmund, welches er 1917 vorzeitig mit dem Notabitur verließ, weil er zum Wehrdienst im 1. Weltkrieg eingezogen wurde. Von Juni 1917 bis Ostern 1919 leistete er in der 2. Westfälischen Jäger Batterie Nr. 7 seinen Wehrdienst an der französischen Front ab. Ihm wurde am 15.06.1918 das Eiserne Kreuz 2. Klasse verliehen. 1919 erwarb er das endgültige Abitur.

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs studierte er Elektrotechnik an der Technischen Universität München, der Technischen Hochschule Hannover sowie der Technischen Universität Aachen. Während seines Studiums wurde er in dem - auch als Zementcorps be-zeichneten - Kösener Corps Brunsviga München aktiv, dem auch die Hemmoorer Direktoren Dr. Otto Strebel, Dr. Carl Prüssing, Dr. Curt Prüssing und Dr. Gustav Haegermann sowie der Sohn des Direktors Jacobi, der spätere Hamburger Polizeisenator Erwin Jacobi, angehörten. Nach seinem Diplom im Jahre 1926 war er zunächst von 1926 bis 1931 als Büro- und Montageingenieur bei den Bergmann-Elektrizitätswerken, Büro Dortmund, Überlandwerk Ibbenbüren tätig. Diese Stellung verlor er infolge der Weltwirtschaftskrise. 1933 kam er – dorthin von Otto Strebel geholt – erstmalig nach Hemmoor, wo er bis 1935 als Brennmeister bei Hemmoor Zement AG tätig war. In dieser Zeit lernte er seine spätere Ehefrau, die aus Lübeck stammende chemisch-technische Assistentin Margareta Mildenstein kennen, die damals im Untersuchungslabor der Fabrik tätig war.

Nach einem beruflichen Intermezzo als Oberelektrosteiger auf Zeche Grimberg in seiner westfälischen Heimat kehrte er am 1. Oktober 1937 nach Hemmoor zurück, wo er bis zu seiner Pensionierung Ende 1964 Betriebsleiter der Portland Zementfabrik in Hemmoor war. Seine beiden Töchter wurden 1939 und 1942 in der 1912 für seinen Vorgänger Carl Plitt erbauten Dienstvilla Warstade, Hauptstrasse 132, geboren; der älteste Sohn Kurt wurde bereits 1936 in Kamen geboren. Während der Kriegsjahre 1943-1945 oblag ihm infolge der Kriegseinberufung des Vorstands die alleinige Werksleitung. Zusätzlich nahm er von 1958 bis 1964 die Funktion des ehrenamtlichen Vorsitzenden des Vorstands der Betriebskrankenkasse der Portland Cementfabrik Hemmoor wahr. 1992 schrieb Herbert Müller aus Anlass des Erscheinens seiner Chronik Zement aus Hemmoor folgendes über Kurt Tielmann:

„Beim Schreiben dachte ich oft an das verdienstvolle Wirken des ehemaligen Betriebsleiters, Herrn Dipl.-Ing. Kurt Tielmann, der in schwersten Zeiten des Werkes - im 2. Weltkrieg - die alleinige Verantwortung hatte, sich durch Menschlichkeit und soziales Verhalten auszeichnete, von dem nicht nur von der alten Belegschaft, sondern in ganz Hemmoor noch heute mit Hochachtung, Dank und Anerkennung gesprochen wird.".

1964 zogen die Eheleute Kurt und Margareta Tielmann in ihrem Ruhestand nach Hamburg, blieben Hemmoor aber bis zum Lebensende eng verbunden. Kurt Tielmann starb am 22. Mai 1973. Im Herbst 1998 wurde ihm zu Ehren auf Initiative von Paul Neese in Hemmoor-Warstade ein Weg "Kurt-Tielmann-Weg" unterhalb seiner langjährigen Dienstvilla, benannt.