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Lothar A. H. Rahn


Lothar Rahn wurde am 1.September 1938 in Angerapp / Ostpreußen als Jüngster von sechs Geschwistern geboren.

Im Spätherbst 1944 begann die Flucht der Familie aus Ostpreußen und endete im Frühjahr 1945 in Bremervörde / Niedersachsen. Dort besuchte er die Volks- und die Mittelschule, anschließend die Wirtschaftsoberschule in Bremerhaven und nach der Wehrdienstzeit das Abendgymnasium in Hamburg. Seinen Lebensunterhalt verdiente er u.a. als Gebrauchsgrafiker.

Nach dem Abitur begann er 1963 an der Hamburger Universität zunächst Physik zu studieren und wechselte dann zum Medizinstudium über, das er 1971 mit dem Examen abschloß. 1973 erhielt er die Approbation als Arzt und arbeitete als Assistenzarzt im Hamburger Heidberg-Krankenhaus in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in der Kinderheilkunde, bis zum Erwerb der Facharztanerkennung für Kinderheilkunde und Jugendmedizin.

Zum Jahresbeginn 1979 eröffnete er seine Kinderarztpraxis in Hemmoor, neben dem Frauenarzt eine der beiden ersten Facharztpraxen am Ort und in der Umgebung. Dort war er über 26 Jahre mit großem Engagement für seine jungen Patienten und deren gesunde Entwicklung tätig, zuletzt auch als Psychotherapeut. Daneben setzte er sich viele Jahre in verschiedenen Gremien der örtlichen Kassenärztlichen Vereinigung und als Ärztevereinsvorsitzender für seine Kollegen ein. Im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte führte er mit innovativen Ideen zwölf Jahre lang den Landesverband Niedersachsen.

Schon als Kind hatte Lothar Rahn besondere Steine gesammelt, später waren es dann vor allem Fossilien und archäologische Fundstücke aus der frühen Menschheitsgeschichte, die ihn faszinierten. Kurz vor seiner Niederlassung hatte die Hemmoor-Zementfabrik den Kreideabbau und schließlich auch das Abpumpen des Grundwassers eingestellt, sodass die Grube allmählich zum See wurde und die in der Kreide verborgenen Schätze an Versteinerungen nicht mehr erreichbar waren. So lag es nahe, in einem Museum zu zeigen, was aus der Kreide und auch aus späteren Zeiten im Hemmoorer Gebiet erhalten geblieben war. Neben den Kreidefossilien spielten Feuerstein und seine Verwendung, “Hemmoor-Kugel“, “Jupiter von Warstade“ und “Hemmoorer Eimer“ als Besonderheiten dieser Gegend eine große Rolle. Das Museum “Haus für Hemmoorer Geschichte“ wurde begründet und in der Kroppscheune von Lothar Rahn ehrenamtlich - 1995 zum Ortsheimatpfleger bestellt - nach eigenem Konzept für die Stadt eingerichtet und stetig weiterentwickelt. Ein Glücksfall war, dass er tatkräftige und wissenschaftliche Unterstützung von Prof. Friedrich Schmid-Wallis erhielt, der die Kreidegrube über Jahrzehnte als Paläogeologe beforscht hatte.

Es lag Lothar Rahn sehr daran, den Hemmoorern, insbesondere auch den Neubürgern, Kindern und Jugendlichen ihre eindrucksvolle heimische Geschichte anschaulich zu machen und nahezubringen.

Im Februar 2006 verstarb er nach längerer Krankheit. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Warstader Friedhof.


"Hemmoorer Eimer"


Tafel "Hemmoorer Eimer"