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Paul Peisker


Pastor Paul Peisker wurde am 1. Juni 1909 in Osterode in Ostpreußen geboren.

Seine Schulausbildung beendete er 1928 mit der Reifeprüfung am humanistischen Kaiser-Wilhelm-Gymnasium seiner Heimatstadt. Nach dem Studium an der Universität Königsberg legte er 1933 das erste Theologische Examen ab. Seine Ausbildung setzte er mit Lehrvikariat und Predigerseminar fort und beendete diese mit dem zweiten Theologischen Examen im März 1936.

Am 3. April 1936 wurde er in der Schlosskirche zu Königsberg ordiniert. Es folgte eine Tätigkeit als Hilfsprediger, bis er am 22. August 1937 in das Pfarramt der Rosenauer Kirchengemeinde zu Königsberg eingewiesen wurde. Kaum hatte er diese Pfarrstelle bekommen, musste er als Dreißigjähriger Soldat werden. In Polen, Frankreich, Russland und schließlich in seiner Heimat Ostpreußen hatte er auf den Kriegsschauplätzen wertvolle Lebensjahre hergeben müssen.
Nach Beendigung des Kriegsdienstes fand er eine neue Bleibe in Warstade.

Ab April 1946 war er zunächst vertretungsweise als Divisionspfarrer in Geversdorf und ab Mai 1947 in Warstade tätig. Am 19. September 1948 wurde er in die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Warstade eingeführt.
Verheiratet war er mit der Tochter des Pfarrers Fritz Angermann aus Kruglanken in Ostpreußen seit 1936. Aus dieser Ehe gingen zwei Söhne und eine Tochter hervor.

Pastor Peisker hatte den Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der Verkündigung des Wortes Gottes gelegt. Als guter, aber auch strenger Prediger war er nicht nur in seiner Kirchengemeinde beliebt und geschätzt. Trotz der großen Kirchengemeinde mit ca. 5000 Kirchenmitglieder hatte er immer Zeit für seine „Schäfchen“, die Tür des Pfarrhauses war jedem stets geöffnet. Er stand zur Seelsorge, für Alten- und Krankenbesuche, für Haustaufen und Hausabendmahlsfeiern zur Verfügung, wann immer er gerufen wurde. In regelmäßigen Abständen trafen sich Frauen- und Männerkreise, sowie Bibelstunden wurden gehalten. In jedem Winterhalbjahr, also vom Erntedankfest bis Ostern, fanden in der Schule Westersode wöchentliche Bibelstunden statt. Außerdem fuhr er alle 14 Tage nach Bröckelbeck um dort Bibelstunden zu halten. Darüber hinaus war er als Kreismännerpastor und mehr als 15 Jahre im Kreiskirchenvorstand tätig. 25 Jahre erteilte er regelmäßig Religionsunterricht am Gymnasium Warstade.

Nach fast 30 jähriger Tätigkeit als Seelsorger trat er am 1. Advent, am 28. November 1976 in den wohlverdienten Ruhestand. Mit einem Gottesdienst, in Anwesenheit von Landessuperintendent Kruse aus Stade, Superintendent Brandes aus Cadenberge, von Pastoren, Kirchenkreisvorstehern des Kirchenkreises „An der Oste“ und Vertretern des öffentlichen Lebens, wurde er verabschiedet.
Pastor Paul Peisker hat länger als alle anderen Pastoren der evangelischen Kirchengemeinde treue Dienste geleistet. Leider wurde sein Ruhestand bald von gesundheitlichen Problemen überschattet.

Seinen 70. Geburtstag am 1. Juni 1979 konnte er noch in seinem eigenen Haus in Basbeck feiern. Kurz danach musste er das Otterndorfer Krankenhaus aufsuchen.

Er verstarb am 11. Juli 1979.